Bundesverband für Jugendvideoarbeit (BVJA)

Home ]
 

BVJAButt.gif (587 Byte)

Bonn von oben

Nur mal so als Beispiel für unser Vereins-Motto "Filmen mit Botschaft, über die Unterhaltung hinaus": Ein Spaß-Zeppelin-Flug mit Christoph Mennel, gefilmt im Mai 2019, geschnitten im November 2020 ("Dank Corona komme ich dazu - sonst hätte die Aufarbeitung noch länger gedauert")

Das ist also kein Kinofilm - da bleiben wir eine Nummer drunter. Da stecken aber Einarbeitungen (Musik) und Aufarbeitungen (Technik, Schnitt, Kommentar) drin. Und: Diesen Film gibt es so nicht bei Youtube. Da gibt es nur eine 12-Minuten-Version ohne Beethoven-Musik. Genießt!

 


Ein Flug über Bonn und rings um das Siebengebirge, aufgezeichnet mit einer 4K-Kamera, aber als Tourist, mit einem einzigen Flug, mit einem gewissen Tempo, in dem die Bilder sich vorbeibewegten, mit nur einer Handkamera: Das unterscheidet sich vom professionellen Film und sollte üblicherweise nach zehn Minuten vorbei sein. Nicht so bei diesem Flug: Ich bekam von den Bildern nicht genug. Einundvierzig Minuten dauert das gefilmte Ergebnis - ein halber Kinofilm.

Ab Anfang betone ich das Rohe und Persönliche des Films. Wo immer mir selbst ein gewisses Wegschauen bei den Filmbildern passierte, habe ich kleine anregende Elemente eingebaut: Sparsame Texteinblendungen, eine Moderation aus dem Badezimmer, mit leicht zugedunsteter Kamera - wir sind hier eben nicht beim Fernsehen, Kollegen - und ein Spiel mit dem Ton. Durch Zufall war vieles um Bonn auf "Beethoven" eingestellt: Ein Kunst-Gag vor dem Bonner Münster, eine bis ins Jahr 20XY unfertig bleibende Beethovenhalle, und ein Beethovengymnasium.

Also biete ich in diesen vierzig Flug-Minuten drei Stücke aus Beethovens kompositorischer Vielfalt: Die Symphonie, das Klavier und eine Ouvertüre - also "Programm-Musik", nicht so botschaftsorientiert. Und erläutere klanglich, warum sich moderne Musik-Avantgarde dem, der frech zuhört, heraus aus Alltagsgeräuschen destillieren läst. Dass Film-Musik einen Film formt, kann der Zuschauer hier an seiner Seele erforschen. Vor allem das Klavierwerk, wenn es sich zwischen schnellem Perlen und mutigen wenigen Tönen aufspannt, siegt beinahe über die gebotenen Bilder.

Ja, das Beethovengymnasium: Zweimal richtet sich die Kamera darauf - und zoomt dann demonstrativ weg, lässt diesen Pflicht-Teil des Heranwachsens verschwinden im Meer dessen, was drumherum an Gebäuden anzuwachsen imstande ist. Zuneigung zu Bonn, aber keine Freude beim Erinnern an die Schule: Das stelle ich im Film so dar. Klar hatten wir Schüler unseren Spaß, aber der Überbau damals war bedrückend.

Jetzt aber wird geflogen, Leute!